Der Tag der Toten oder Día de Muertos ist alljährlich ein großer Anlass zum Feiern im spanischen Mexiko-Zentrum (Fundación Casa de México). Besuchen Sie vom 2. Oktober bis 8. November den Totenaltar, inspiriert von der Reise aus dem Totenreich in die Welt der Lebenden durch die menschlichen Sinne. Neben dem Altar bietet das Zentrum viele weitere Veranstaltungen, die einen Einblick in diese schöne Tradition vermitteln.
Ganz im Zeichen seiner Aufgabe, mexikanische Traditionen zu vermitteln und publik zu machen, präsentiert das Mexiko-Zentrum zum nunmehr 9. Mal seinen berühmten Totenaltar. Zusammen mit der Stadtverwaltung Madrid stellt die Fundación Casa de México an drei weiteren Standorten (CentroCentro, Matadero und Plaza de Daoíz y Velarde) Altäre vor.
Die diesjährige Altargestaltung würdigt den mexikanischen Komponisten Agustín Lara (1897-1970), den unvergesslichen Flaco de Oro, der an der Seite seines Klaviers im Mittelpunkt der Szene steht. Sein musikalisches Vermächtnis ist eine universelle Sprache, die Erinnerung, Identität sowie kulturelle und emotionale Bindungen zwischen Mexiko und Spanien vereint.
Inspiriert ist die Szene von einem Friedhof in den Bergen von Michoacán in der Nacht des Totenfestes, in der die Familien dort zusammenkommen, um symbolisch die Seelen ihrer geliebten Verstorbenen zu besuchen. Dabei schaffen Kerzenlicht, Cempasúchil-Blumen, Weihrauch, Kopal, Speisen, Musik und traditionelle Rituale eine Atmosphäre, die die Zeit überwindet und so Lebende und Tote vereint.
In Michoacán, insbesondere bei den Purépecha- und Mazahua-Gemeinschaften, fällt die alljährliche Ankunft der Monarchfalter in den Wäldern der Region Ende Oktober und Anfang November mit dem traditionellen Totenfest zusammen. Daher gelten die Schmetterlinge als Verkörperung der Seelen der Verstorbenen oder als Vorboten für deren Wiederkehr zur Begegnung mit den Lebenden. Dabei ehrt eine Opfergabe, begleitet von Blumen, Musik und Lichtern, das Andenken derer, die in den Erinnerungen und Liedern der Menschen weiterleben.
Zu den bei der Gestaltung des Altars verwendeten Techniken zählt insbesondere Hojalata Repujada, ein traditionelles Verfahren des Relieftreibens in Blech, das im 16. Jahrhundert in Mexiko entstand und sich in verschiedenen Bundesstaaten der heutigen mexikanischen Republik wie Guerrero, Guanajuato, Jalisco, Puebla und Oaxaca etablierte. Diese Technik diente der Herstellung von Gebrauchsgegenständen, darunter Lampen, Laternen und Spiegel, vor allem aber von Kirchenobjekten wie Kerzenleuchter, Reliquienschreine, Vitrinen für Heiligenfiguren, Kreuze und Nischen.
Erwähnt sei auch die traditionelle Kunst der Cartonería (Figuren und Objekte aus einer Art Pappmaché), die sich in Mexiko seit der Epoche Neuspaniens verbreitete. Zunächst als didaktisches Hilfsmittel eingesetzt, wurde sie von den Kunsthandwerkern bald als weiteres künstlerisches Ausdrucksmittel übernommen. Als wichtigste Materialien dienen Kraftpapier, Pappe und Zeitungspapier. Eine weitere Technik ist Papel Picado, eine der charakteristischsten Ausdrucksformen der mexikanischen Volkskunst. Dabei werden aus dünnen, farbigen Papierbögen mit Meißeln oder Scheren filigrane Muster ausgestanzt oder -geschnitten, die Elemente der Natur, festliche Symbole und Szenen aus dem Alltag darstellen. Sein Ursprung verbindet vorspanische Einflüsse mit im Kolonialzeitalter eingeführten Techniken, wodurch sich eine einzigartige handwerkliche Tradition entwickelte.
Liste der zugehörigen Veranstaltungen