Vom 19. Februar bis 31. Mai 2026 beherbergt der Palacio de Liria ein Projekt, in dessen Rahmen der Künstler José María Sicilia die repräsentativsten Räume des Palasts mit eigens dafür geschaffenen Werken sowie einer standortspezifischen Installation gestaltet.
Mit dieser Ausstellung bekundet die Stiftung Casa de Alba ihr Engagement für moderne Kunst und setzt ihre von Anfang an gepflegte Tradition des Mäzenatentums fort.
José María Sicilia (geboren 1954 in Madrid) ist einer der wichtigsten Vertreter der Malerei der 80er Jahre und blickt auf ein langjähriges Schaffen mit vielfältigen Medien, Einflüssen und Ausdrucksformen zurück. Nun gestaltet der Künstler Räume im Palacio de Liria mit Werken, die unter aufmerksamer Wahrnehmung der diesem Ort innewohnenden Geschichten entstanden. Werke, die – verwoben mit Architektur und Geschichte des Gebäudes – den Dialog zwischen der Sammlung des Hauses Alba und der Gegenwart anregen.
Die Ausstellung beinhaltet auch Werke aus früheren Schaffensphasen, die einen umfassenden Überblick über die Entwicklung des Künstlers in den letzten Jahrzehnten geben und Geschichten, Symbole, Erinnerungen und feine innere Zusammenhänge offenbaren. Die Platzierung der Werke an diesem einzigartigen Ort sorgt für eine besondere Resonanz – eine Neudefinition ganz im Zeichen der Tradition einer wandlungsreichen Palastgeschichte in Räumlichkeiten, die Zeugen bedeutender Momente des europäischen Sammlerwesens waren.
Das Projekt erstreckt sich über verschiedene symbolträchtige Räume wie die Bibliothek, den Ballsaal, die Salons von Kaiserin Eugénie de Montijo und andere Bereiche, die der Künstler nutzt, um einen Teil dieses Wandels in den Nächten und Tagen des Palasts zu veranschaulichen. Damit bietet die Ausstellung eine Art sensorische und konzeptuelle Landkarte, in der jedes Werk als Teil einer übergeordneten Erzählung fungiert – ein Dialog zwischen der persönlichen Zeit des Künstlers, der historischen Zeit des Ortes und der inneren Zeit des Besuchers.
In dieser Ausstellung erinnert Sicilia an den Barock, insbesondere an dessen Vorliebe für bedeutungstragende Überfülle, bewusst eingesetzte Kunstgriffe und die Verflechtung von Erzählsträngen, die sich gegenseitig widerspiegeln und vielfältige, vielschichtige Lesarten ermöglichen. Hinzu kommt seine charakteristische Fokussierung auf Licht, Stille und die Fragilität von Zeichen, mit der er die Materialität des Immateriellen erforscht.
Bildnachweis:
- Detail eines Werks aus der Ausstellung ‚Noches y días', José María Sicilia. Foto: Blanca Guerrero. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers und von Chantal Crousel
- José María Sicilia. Foto: Blanca Guerrero. Mit freundlicher Genehmigung des Künstlers und von Chantal Crousel