Am 18. und 19. Juni präsentiert die brasilianische Choreografin Mari Paula im Kulturzentrum Conde Duque ein Stück, das in Form von modernem Tanz die großen Klassiker aus feministischer, politischer und autobiografischer Sicht neu interpretiert und hinterfragt.
Das Stück belebt drei symbolträchtige Frauenfiguren des traditionellen Balletts und Theaters – Odette und Odile aus Schwanensee und Ofelia aus Hamlet –, befreit sie jedoch von den historischen Rollen als Opfer, Wahnsinnige oder Märtyrerin, die ihnen von den Autoren zugeschrieben wurden. Eine kritische Antwort auf den klassenorientierten, weiß und patriarchalisch geprägten westlichen Kulturkanon, der diese Darstellungen jahrhundertelang beeinflusste.
Daneben ist das Werk aber auch stark autobiografisch, in dem die Künstlerin die Trauer um ihre drei totgeborenen Töchter szenisch umsetzt und den persönlichen Schmerz in eine befreiende künstlerische Erfahrung umwandelt. In diesem Theateruniversum kehren sich traditionelle Bedeutungen ins Gegenteil um: Wahnsinn ist keine Strafe mehr, Liebe erfordert kein Opfer, der Tod ist keine unvermeidliche Tragödie und das Geschlecht wird zum fließenden Konzept. Untermalt wird die Inszenierung mit Musik von Piotr Iljitsch Tschaikowski und Jose Venditti.
Mariana de Paula Ferreira, bekannt unter ihrem Künstlernamen Mari Paula, wurde 1984 in Brasilien geboren. Neben einem Abschluss in darstellender Kunst von der Fakultät für Kunst in Paraná absolvierte sie ein Studium für klassischen und zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Tanz in São Paulo und der Akademie Paula Firetti in Brasilien. Außerdem besitzt sie einen Master-Abschluss in lateinamerikanischem Kulturmanagement von der Universität Granada.
Die in Kantabrien lebende Tänzerin und Kulturmanagerin arbeitete bereits mit Choreografen wie Gustavo Ramírez Sanzano, Olga Roriz, Félix Landerer, Luis Arrieta oder Ana Vitória sowie einigen der wichtigsten brasilianischen Ensembles für modernen Tanz, insbesondere dem Balé Teatro Guaíra, zusammen.
Gestalter:
- Idee, Regie und Choreografie - Mari Paula
- Darsteller - Araitz Lasa, Julia Kayser, Laura García Carrasco, Galina Rodríguez, Danielle Mesquita, Mari Paula, José Venditti
- Cover - Rocío Barriga
- Dramaturgische Mitarbeit - Javier Cuevas
- Musik und Klangkonzept - José Venditti
- Künstlerische Unterstützung - Poliana Lima
- Regieassistentin - Lívia Delgado
- Beleuchtungskonzept, technische Leitung und Koordination - Carlos Molina und Nuria Henríquez
- Bühnenbild - Marta Orta
- Kostümbild - Sandra Espinosa
- Textilkunst - Ana Muñoz de Terry
Dauer: ca. 60 Minuten
Altersempfehlung: keine Altersbeschränkung