Im Rahmen des Festival de Otoño, des Madrider Herbstfestivals, präsentiert das Ensemble Théâtre des 13 vents (CDN Montpellier) am 7. und 8. November im Teatros del Canal (Sala Negra) die Spanienpremiere seines Stücks, das durch einen Rückblick auf den Shakespeare-Klassiker Themen wie Macht von Bildern, Spiel, Angst vor der Beurteilung durch andere und die Fähigkeit des Vergessens aufgreift. Die Aufführung erfolgt auf Französisch mit spanischen Übertiteln.
Hamlet, Horatio, Ophelia und Laertes begegnen sich in einer Inszenierung, die ihre Erfahrungen aus der Vergangenheit aufgreift, um damit Gegenwart und Zukunft zum Besseren zu verändern. Ausgehend von den Figuren aus Hamlet, die sich in veränderter Gestalt mit den Erwartungen anderer an sie auseinandersetzen müssen, durchläuft das Stück verschiedene Bedeutungsebenen. Der Konflikt zwischen ihren eigenen Entscheidungen und den von außen auferlegten Zwängen dient als Ausgangspunkt zur Reflexion über Erinnerung, Darstellung und Formen der Machtausübung.
Das Théâtre des 13 vents (Centre Dramatique National de Montpellier) versteht das Theater als Schauplatz für Konfrontation und Diskussion. Inszeniert wurde das Stück von Nathalie Garraud, Co-Leiterin des Theaters seit 2018 neben Dramaturg Olivier Saccomano, der auch den Text schrieb. Beiden gemein ist ein Werdegang, der im Zeichen des Dialogs zwischen Theater und zeitgenössischem Denken steht. Ihre Trilogie Spectres de l'Europe fand großen Anklang auf internationalen Festspielen.
Die Erfahrungen Garrauds in palästinensischen Flüchtlingslagern und internationalen Kooperationsprojekten werden ergänzt durch Saccomanos Studium der Philosophie. Durch das Zusammenspiel der beiden unterschiedlichen Lebensläufe entsteht eine Inszenierung, die in Anlehnung an einen der großen Dramaklassiker des Abendlands die Themen Last der Vergangenheit, Identität, Gewalt und Perspektive der anderen hinterfragt.
Gestalter:
Veranstaltungsort: Teatros del Canal - Sala Negra
- Konzept - Nathalie Garraud und Olivier Saccomano nach Hamlet von Shakespeare
- Text und Dramaturgie - Olivier Saccomano
- Regie, Dramaturgie und Bühnenbild - Nathalie Garraud
- Darsteller - Florian Onnéin, Conchita Paz, Cédric Michel / Lorie-Joy Ramanaïdou (abwechselnd), Charly Totterwitz (Partnerensemble des Théâtre des 13 vents)
- Kostüme - Sarah Leterrier
- Ton - Serge Monségu
- Produktion - Théâtre des 13 vents CDN Montpellier
Dauer: ca. 75 Minuten
Sprache: Französisch mit spanischen Übertiteln