Am 17. und 18. September präsentiert die chinesische Tänzerin Chun Zang im Teatros del Canal (Sala Negra) ein Stück, das in einer Kombination aus Choreografie, Klang und theatralischen Bildwelten ein Universum schafft, in dem Bewegung zum Medium von Transformation und Reflexion wird.
Ausgangspunkt des Stücks ist Krabi Krabong, die thailändische Kampfkunst mit zwei Stöcken, deren Übertragung in eine zeitgenössische choreografische Sprache über die reine Technik hinausgeht und Themen wie Identität, Resilienz und weibliche Selbstermächtigung aufgreift.
Die Inszenierung verfolgt eine zentrale Frage, die als Leitfaden für den gesamten szenischen Ablauf dient: Wie kann der Körper in Momenten der Zerrissenheit weiter tanzen und dabei Stärke, Selbstvertrauen und Widerstandskraft ausstrahlen, ohne dabei Zärtlichkeit oder das Potenzial einer gemeinsamen Transformation aufzugeben? Ausgehend von dieser Prämisse erforscht das Stück die Bewegung als Schnittstelle zwischen Verletzlichkeit und Stärke. Mit diesem Ansatz würdigt die Inszenierung Tanz als eine Sprache, die Brücken zwischen Kulturen schlagen und individuelle Erfahrungen in eine gemeinsame schöpferische Kraft verwandeln kann.
Chun Zhang, 1988 im chinesischen Shanghai geboren, ist Choreografin, Regisseurin, Tänzerin und Gründerin des Ensembles Yibu. Sie ist Trägerin des Kurt-Jooss-Preises 2019 und blickt auf eine internationale Laufbahn zurück, die vom Dialog zwischen verschiedenen Kulturen und künstlerischen Bereichen geprägt ist.
Mit kaum 15 Jahren startete sie ihre Karriere als Tänzerin und tourte mit verschiedenen Gruppen im Umfeld des Shanghai Culture Bureau und der Tanzakademie Peking durch Europa, Afrika und Asien. Während ihrer Tätigkeit als Dozentin am Konservatorium von Macau arbeitete sie erstmals als Choreografin. Vier Jahre später zog sie für ein Choreografiestudium an der Folkwang Universität der Künste nach Deutschland und tat dort die ersten Schritte als unabhängige Künstlerin.
Ihre Ausbildung umfasst klassischen Tanz, chinesischen Volkstanz, Ballett und Einflüsse des deutschen Tanztheaters sowie Fachgebiete wie Laban/Bartenieff Movement Studies, Pilates, Qigong, traditionelle chinesische Medizin und Meditation. In ihren Werken versteht Zhang die Choreografie als Mittel zur Erforschung neuer Formen des Daseins durch Bewegung – geprägt durch starke emotionale Kraft und einen Stil, in dem Schlichtheit mit Ausdrucksreichtum und -komplexität einhergeht.
Gestalter:
Veranstaltungsort: Teatros del Canal - Sala Negra
- Choreografie, Konzept, Regie, Bühnenbild, Kostümdesign, Öffentlichkeitsarbeit - Chun Zhang
- Tanz- und Bewegungsdramaturgie - Brunella Sabatino, Nicol Memoli, Marta Pisano, Emmi Osenberg, Valentina Restrepo, Francesca Pavesio
- Komposition, Mitwirkung an der Choreografie, Öffentlichkeitsarbeit, Fotografie - Kai Strathmann
- Technik und Licht - Francisco Martinez
- Beratung Dramaturgie - Matthias Quabbe, Sebastian Brohn, Amir Mirzaei
- Beratung Bühnenbild - Veronika Kaleja
- Buchhaltung - Transmissions
- Mit Unterstützung von - Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und Goethe-Institut Madrid
Dauer: ca. 70 Minuten (ohne Pause)
Hinweis: Nebeleffekte