Am 26., 27. und 28. Februar präsentiert der namhafte Choreograf Daniel Abreu im Teatros del Canal (Sala Verde) erstmals in der Autonomen Region Madrid seine Inszenierung, die sich in Form von modernem Tanz mit den Mechanismen der Eroberung und Unterwerfung von Völkern auseinandersetzt.
Mit einer poetischen Betrachtung der Geschichte und ihrer zyklischen Abläufe befasst sich Daniel Abreu erneut mit den Themen Erinnerung, Identität und Wandel. Mit einer Kombination aus Körperlichkeit und Emotionen nimmt er das Publikum mit auf eine Reise, die sowohl Zerbrechlichkeit als auch Widerstandskraft vermittelt. Bewegungen werden zu Metaphern für historische Prozesse, für Völker, die erobert wurden, und für Systeme, die zugunsten anderer vernichtet wurden.
Das Stück willl weder historische Ereignisse nachstellen noch Partei ergreifen, sondern vielmehr verdeutlichen, wie die Geschichte Gestriges verschlingt und wie Überleben – selbst, wenn dies mit Verlusten verbunden ist – nur durch Weiterentwicklung möglich ist. Auf der Bühne äußert sich diese Spannung in einer Choreografie zwischen ritueller Ruhe und verhaltener Gewalt, deren Tänzer aufeinanderprallen, zurückweichen und sich neu erfinden.
In seinem für ihn typischen introspektiven und symbolischen Stil verwebt der Autor seine persönliche Geschichte mit der seines Heimatlands und würdigt das Erbe eines von Eroberungen und neuen Existenzformen geprägten Landstrichs. Tanz wird damit zu einer Sprache zum bewussten Neuerleben der Vergangenheit.
Der auf klassisches Ballett und modernen Tanz spezialisierte Choreograf Daniel Abreu wurde 1976 in Santa Cruz de Tenerife geboren. Nach einer Ausbildung am Conservatorio Superior de Danza in Madrid erweiterte er seine Kenntnisse und Erfahrungen in anderen Ländern wie Frankreich oder Belgien. Im Laufe seiner Karriere arbeitete er mit bedeutenden Ensembles wie Compañía Nómadas, 10 & 10 Danza, Compañía Nacional de Danza de España und Teatre Tanca Zawirowania zusammen.
Abreu wurde mit dem spanischen Tanzkunstpreis 2014 in der Kategorie Gestaltung, dem Preis für die beste Regie beim INDIFESTIVAL Santander 2010 und dem Jurypreis für Choreografie beim 18. Choreografiewettbewerb Madrid 2005 ausgezeichnet. Daneben erhielt seine Inszenierung La desnudez 2018 die Max-Preise für die beste Choreografie, die beste Tanzinszenierung und den besten männlichen Tänzer. Sein Stück Abisal erhielt 2019 die Réplica-Preise in den Kategorien Beste Tanzinszenierung, Bester Soundtrack und Bestes Kostüm für Kostümgestalter Leo Martínez.
Gestalter:
Veranstaltungsort: Teatros del Canal - Sala Verde
- Konzept und Regie - Daniel Abreu
- Regieassistenz - Janet Novás
- Darsteller - Emiliana Battista Marino, Rosanna Freda, Théo Vanpoperinghe, Abián Hernández, Daniel Abreu
- Musik - Collage und Live-Musik
- Beleuchtungskonzept - Alfredo Diez und Daniel Abreu
- Kostüme - Esteban Cedrés und Leo Martínez
- Technische Koordination - David Benito
- Fotografie und Grafikdesign - marcosGpunto
- Video - Sergo Méndez
- Management - Esmanagement · Elena Santonja Garriga
Dauer: ca. 1 Stunde (ohne Pause)