Im Rahmen der Reihe Canal Baila präsentiert José Ángel Capel am 3. und 4. November im Teatros del Canal (Sala Negra) eine Tanz- und Flamencoinszenierung, die dem Ursprung des Singens in der spanischen Volkstradition nachgeht. Die Vorstellung arbeitet mit Nebeleffekten.
Das Stück entstand aus einer Untersuchung über Gesang im Tanz und Flamenco, insbesondere im Rahmen gemeinsam verrichteter Arbeit und den von Männergruppen gesungenen „Alboradas“. Aufbauend auf dieser Tradition schuf Capel eine Bühnensprache, die in einer Kombination aus Tanz und Gesang die gesellschaftliche und symbolische Dimension dieser Ausdrucksformen aufgreift.
Der Flamencotänzer entführt das Publikum an einen Ort, in dem das Zusammenspiel von Musik, Tanz und Gesang die Nacht zum kollektiven Ritual macht und den Tagesanbruch in eine gemeinsam erlebte Erfahrung rund um Erinnerung, Präsenz und Identität verwandelt.
Das Stück untersucht Singen als zweckmäßiges und ausdrucksstarkes Mittel, das dazu diente, körperliche Anstrengung zu begleiten, den Rhythmus der Arbeit vorzugeben und die Bindungen zwischen den Singenden, die gemeinsam harte Arbeit verrichteten, zu stärken. Vor diesem Hintergrund zeigt der Beitrag, wie sich der ursprüngliche Zweck jener Gesänge allmählich wandelte und sie schließlich zu kulturellen und künstlerischen Ausdrucksformen wurden.
Im Mittelpunkt der Inszenierung steht der Punkt, an dem Gesang und Bewegung nicht mehr nur einen praktischen Zweck erfüllen, sondern der Gestaltung von Festen, Ritualen und Zusammenkünften dienen. Das Stück würdigt die Erinnerung an diese Traditionen und ihre gemeinschaftsfördernde Kraft und schafft durch Tanz und Stimme einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
José Ángel Capel begann seine professionelle Tanzausbildung am Conservatorio Profesional de Danza in Málaga und schloss sie am Real Conservatorio Profesional de Danza de Mariemma in Madrid ab. Anschließend wurde er Mitglied des Ballet Español de Murcia und wechselte dann zum Ensemble Aída Gómez. Weitere Stationen im Laufe seiner Tänzerkarriere waren das Teatro de la Zarzuela, das Nuevo Ballet Español de Rojas y Rodríguez und das Nova Galega de Danza de Jaime Pablo Díaz. Als Flamencotänzer war er Mitglied der Ensembles Antonio Gades (2017) und María Pagés (2019), mit denen er auch weiterhin bei führenden Tanzfestspielen auftritt.
Gestalter:
Veranstaltungsort: Teatros del Canal - Sala Negra
- Konzept, Regie, Choreografie, Tanz und Gesang - José Ángel Capel
- Musiker - Víctor Guadiana, Ángel Flores, Iván Mellén
- Außenperspektive - Carmen Angulo
- Lichtkonzept - Andrés Dwyer
- Ton - Kike Cabañas
- Fotografie - Juan Carlos Toledo
- Produktion - Centro Coreográfico Canal – Teatros del Canal
Dauer: ca. 1 Stunde
Hinweis: Nebeleffekte