Das Festival de Otoño, das Herbstfestival der Region Madrid, bekannt als das größte spanische Festival der darstellenden Künste, geht vom 6. bis 26. November 2026 mit einem wie stets international geprägten Programm in die 44. Runde. Dabei warten mehrere Kultureinrichtungen der Stadt wie unter anderem Teatros del Canal, Conde Duque und Teatro de La Abadía wieder mit den interessantesten Theater-, Tanz- und Performanceangeboten auf.
Das diesjährige Festival beinhaltet mit der 250-Jahr-Feier zur Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten ein historisches Jubiläum. Ein höchst wichtiges Ereignis auf dem ganzen amerikanischen Kontinent, denn schließlich war es das erste Kolonialgebiet, das die Verbindung zu seinem europäischen Mutterland kappte. Das Jahr 1776 steht für die Geburt einer Nation sowie den Beginn einer Ära der Revolutionen und der gemeinsamen Ideale Freiheit und Hoffnung, die unsere Welt grundlegend veränderten.
Im Laufe dieser 250 Jahre hinterließen die Künstler der Vereinigten Staaten unübersehbare Spuren in der internationalen Kunst; daher würdigt das Herbstfestival 2026 die brillanten Köpfe des Landes, die die etablierte Ordnung in Frage stellten.
Den Auftakt des Festivals macht Since I´ve Been Me, eine Hommage an den portugiesischen Dichter Pessoa aus der Feder des genialen Bob Wilson, der Licht, Raum und Zeit in visuelle Poesie verwandelte und damit das zeitgenössische Theater revolutionierte. In einer posthumen Würdigung ehrt das diesjährige Festival den Pionier des spartenübergreifenden Theaters.
Ein Schwerpunkt des Festivals gilt auch dem Einfluss amerikanischer Rhythmen – von den Wurzeln des Jazz und Blues bis zu dynamischem Rock, Pop und Hip-Hop. Dieser Einfluss zeigt sich nicht nur auf großen, trendigen Bühnen, sondern ist auch aus den Straßen und unseren Kopfhörern nicht mehr wegzudenken. So umfasst das Festival Auftritte von Solokünstlern und Gruppen wie La Mezcla, Sorvina und Izo FitzRoy.
In Sachen Tanzkunst würdigt das Programm legendäre Choreografen, die mit den Regeln des klassischen Balletts brachen und damit den zeitgenössischen Tanz begründeten. Vertreten wird ihr Vermächtnis von innovativen Choreografen wie Faye Driscoll aus Kalifornien zusammen mit dem Cullberg Ballet und Trajal Harrell aus Georgia, dem künstlerischen Leiter des Zürich Dance Ensemble.
Neben dem besonderen Schwerpunkt USA umfasst das Programm den gesamten amerikanischen Kontinent sowie Afrika und Europa. So bietet Madrid im November einen Dialog zwischen den Ländern Deutschland, Argentinien, Belgien, Brasilien, Kap Verde, Chile, Spanien, Frankreich, Italien, Mexiko, Peru, Polen, Portugal, Großbritannien, Schweden, Schweiz und Uruguay.
Hinzu kommen Produktionen mit Beteiligten aus unterschiedlichen Hintergründen oder Ländern. So etwa das Stück Deserto, eine Inszenierung des brasilianischen Regisseurs Luiz Felipe Reis über den aus Chile stammenden Schriftsteller Bolaño, einen der einflussreichsten Autoren der spanischen Sprache, der mit seinem Werk eine Verbindung zwishen seinem Heimatland, Mexiko und Spanien sowie dem weiteren iberoamerikanischen Raum schuf. Oder La ira de Narciso, nach einem Text des uruguayischen Dramatikers Sergio Blanco, inszeniert von Xavier Albertí.
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