Das seit 2004 bestehende junge Museum entstand zur Zusammenführung der in anderen Museen, vor allem im Museum für regionale und historische Trachten, verstreut vorkommenden Textilsammlungen. Nach anderthalb Jahren Renovierungsarbeiten erfolgte im Herbst 2021 die Wiedereröffnung des Museums mit einer neuen Dauerausstellung seines Bestands. Bei verbesserter Barrierefreiheit und einem erneuerten Ausstellungskonzept präsentiert das Museum über 1.000 regelmäßig wechselnde Exponate, von denen die Hälfte zuvor noch nie gezeigt wurde.
Das Kleidermuseum beherbergt einen Bestand von über 30.000 Stücken, unterteilt in die unterschiedlichsten historischen und modernen Sammlungen. Aus dem 16. und 17. Jahrhundert besitzt es wenige, aber bedeutende Stücke, darunter insbesondere einen Damenwams aus dem späten 16. Jahrhundert und einen Spitzenhandschuh aus dem 17. Jahrhundert. Die Kollektion des 18. Jahrhunderts zeigt wichtige Beispiele von Herrenanzügen, eine umfangreiche Kollektion an Jacken und Westen sowie eine Kollektion von Justaucorps für Damen und typisch kastilischen Kleidungsstücken. Das 19. Jahrhundert ist zahlenmäßig weniger vertreten, aber die verschiedenen Stilrichtungen der Epoche sind trotzdem gut zu erkennen. Last but not least gibt es eine Kollektion mit Stücken der wichtigsten Designer des 20. Jahrhunderts.
Das Gebäude des Kleidungsmuseums wurde zwischen 1971 und 1973 erbaut und 1975 als Spanisches Museum für zeitgenössische Kunst in der Nähe der Moncloa und dem Univiertel eingeweiht. Es ist ein Werk des Architekten Jaime López de Asiain, der 1969 den nationalen Architekturpreis erhielt. Es war von Anfang an als Museum konzipiert und ist deshalb mit seinen Mehrzweckräumen, den großzügigen Gängen, der Reinheit und Flexibilität optimal auf seine jetzige Funktion abgestimmt.
Aufgrund seiner langen Geschichte zeigt das Kleidungsmuseum eine Vielfalt historischer und zeitgenössischer Kollektionen. Zwar sind aus dem 16. und 17. Jahrhundert nicht mehr viele Stücke erhalten, dafür sind sie aber um so spektakulärer: so z. B. ein Wams für Damen vom Ende des 16. Jahrhunderts.
Die Schließung für die Arbeiten von 2019 bis Ende 2021 hat einen Wechsel der Dauerausstellung ermöglicht, ein einmaliges Ereignis in der Geschichte eines Museums. Nach Überarbeitung des Ausstellungskonzepts entstanden die derzeitigen Präsentationen, in denen über 1.000 Stücke (nur 1 % des Museumsbestands) zu sehen sind. Da die Stoffe und Materialien der einzelnen Kleidungsstücke höchst empfindlich sind, werden sie zwecks langfristiger Erhaltung regelmäßig ausgetauscht.
Die neue Ausstellung umfasst Stücke aus der Textilsammlung, aber auch ethnologische und dokumentarische Objekte, die dazu beitragen, die verschiedenen Epochen zu kontextualisieren und zu verstehen, dass die Moden über die Sphäre der Kleidung hinausgehen.
Auf diese Weise wird durch die Wiederherstellung von Szenografien, die zeigen, wie Moden in Alltagsgegenständen verwurzelt sind, eine chronologische Reise vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart unternommen, die zeigt, wie Werbung und Medien an der Verallgemeinerung von Moden beteiligt waren und wie diese auch mit Gesundheits-, Hygiene- und Schönheitsgewohnheiten in Verbindung gebracht wurden.
Das Museum verfügt auch über eine Abteilung, die der traditionellen Kleidung gewidmet ist und eine reiche Sammlung regionaler Trachten zeigt.
Das Erlebnis der Dauerausstellung wird durch Führungen, Material für eigenständige Familienbesuche, einen virtuellen Rundgang und weitere Aktivitäten ergänzt, die im Laufe der Saison entwickelt werden.