Am 30. und 31. Oktober präsentiert Choreograf Sharon Fridman im Teatros del Canal (Sala Verde) erstmals sein neues Werk. Das aus modernem Tanz bestehende Stück entstand als Reflexion über das Menschsein und die Notwendigkeit, in einem von Krieg, Polarisierung und Verunsicherung geprägten Kontext zwischenmenschliche Bindungen zu bewahren. Das Stück enthält Ganzkörpernacktszenen sowie den Einsatz von Stroboskoplicht, lauten Geräuschen bzw. Musik und Nebeleffekten.
Fridman untersucht, wie Gewalt unsere Wahrnehmung der anderen verändert – bis zu dem Punkt, an dem Menschen zu Symbolen werden und ihr Menschsein in den Hintergrund tritt. Dabei begnügt sich das Stück nicht mit der Konfrontation, sondern wirbt für die fortwährende Schaffung neuer Möglichkeiten des Miteinanders – beruht es doch auf der Überzeugung, dass Liebe, Zusammenarbeit und Fürsorge auch dann fortbestehen können, wenn alles auseinanderzudriften scheint.
Die Choreografie folgt der Methode zur Bewegungsforschung INA (Improvisation, Notwendigkeit und Architektur), mit der sich der Künstler seit über 15 Jahren beschäftigt. Dabei untersucht er, wie zwei Körper durch Aufmerksamkeit, Vertrauen und gegenseitige Abhängigkeit eine gemeinsame Struktur aufbauen können. Diese Suche gewinnt eine besonders persönliche und zugleich politische Dimension und macht die Bühne zu einem Schauplatz von Tanz als Widerstand gegen Zersplitterung. Eine Einladung an den Zuschauer zur Auseinandersetzung mit Empathie, Miteinander und der Fähigkeit, auch in Zeiten der Ungewissheit weiterhin Gemeinschaft zu schaffen.
Sharon Fridman (geb. 1980 in Hadera, Israel) gehört zu den bedeutendsten Choreografen im zeitgenössischen Tanz. Seit zwei Jahrzehnten in Spanien ansässig, gründete er 2006 die Compañía Sharon Fridman und schuf in diesem Rahmen eine eigene szenische Ausdrucksform rund um die Verbindung zwischen Körpern, Vertrauen und die Erforschung gemeinsamer Bewegungen.
In seinen weltweit aufgeführten Stücken behandelt er Themen wie soziale Rechte, Zusammenarbeit und die menschliche Existenz, wofür er bedeutende spanische und internationale Auszeichnungen, darunter den Premio Max de Danza 2015, erhielt.
Gestalter:
Veranstaltungsort: Teatros del Canal - Sala Verde
- Künstlerische Leitung - Sharon Fridman
- Choreografie - Sharon Fridman, gemeinsam mit den Darstellern
- Choreografische Gestaltung - Sharon Fridman, gemeinsam mit den Darstellern
- Darsteller - Dikla Rejensky, Noam Ben Israel, Itamar Ehrlich, Itamar Shanav, Sharon Fridman, Naya Meizlish Fridman
- Musik - Idan Shimoni und Ofer Smilansky
- Lichtkonzept - Yaron Abulafia
- Kostümdesign - Ikerne Giménez
- Fotografie - Nimrod Eitan Peled
- Produktion und Vertrieb - Compañía Sharon Fridman
- Unterstützung - Autonome Region Madrid, Stadtverwaltung Madrid, INAEM und Teatros del Canal
Dauer: ca. 50 Minuten
Hinweis: Ganzkörpernacktszenen sowie Einsatz von Stroboskoplicht, lauten Geräuschen bzw. Musik und Nebeleffekten