Das Kulturzentrum Conde Duque präsentiert am 15. und 16. April eine Neuinszenierung des großen Ballettwerks Rosas danst Rosas der belgischen Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker.
Ausgehend von einem radikalen Minimalismus, wie er erstmals in Fase zum Ausdruck kam, besteht die Choreografie aus einer streng gegliederten Schichtstruktur, deren Bewegungsabläufe vor allem durch Wiederholungen bestimmt werden. Vier Tänzerinnen füllen den Raum mit kontrolliertem Ungestüm im Wechsel zwischen abstrakten Gesten und alltäglichen Bewegungen, die das Werk nicht etwa verwässern, sondern seine emotionale Kraft noch verstärken. Die sichtbare und fortschreitende körperliche Erschöpfung wird zu einem wesentlichen Bestandteil der szenischen Erzählung.
Von seiner Uraufführung an wurde das Stück als explizit feministische Aussage verstanden. Die Tänzerinnen tanzen „als sie selbst“ ohne Rollen oder Maskerade und sehen sich dabei mit der Zeit, den körperlichen Belastungen und einer unerbittlichen, starren Struktur konfrontiert. Diese Spannung zwischen Disziplin und Gefühl ist eines der Merkmale, die das Stück zu einem Meilenstein seiner Generation machen.
Die Musik von Thierry De Mey und Peter Vermeersch wurde gleichzeitig mit der Choreografie komponiert und steht im organischen Dialog mit der Bewegung. Repetitive Klänge untermalen den Rhythmus der Körper und verstärken das Gefühl eines endlosen Kreislaufs, eines ständigen Voranschreitens und Wiederkehrens. Bei den fast 500 Aufführungen des Stücks wirkten 28 Tänzerinnen aus 5 Generationen mit. Und auch die von De Mey inszenierte Filmversion (1997) wurde zum visuellen Kultprojekt.
Die Tänzerin und Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker, geboren 1960 im belgischen Mechelen, ist eine der wichtigsten Größen der modernen internationalen Tanzszene. Mit ihrem 1983 gegründeten Ensemble Rosas brachte sie bisher über 30 Inszenierungen auf die Bühne. Zu ihren bekanntesten Stücken gehören Fase, Four Movements to the Music of Steve Reich, Rosas danst Rosas, Drumming und Achterland.
Sie war von 1992 bis 2007 choreografische Leiterin des Theaters La Monnaie in Brüssel und gründete 1995 die Schule für zeitgenössischen Tanz PARTS (Performing Arts Research and Training Studios), ebenfalls in Brüssel, die weltweit als eine der besten ihrer Art gilt.
Gestalter:
- Choreografie - Anne Teresa De Keersmaeker
- Konzipiert (1983) von - Anne Teresa De Keersmaeker, Adriana Borriello, Michèle Anne De Mey, Fumiyo Ikeda
- Musik - Thierry De Mey und Peter Vermeersch
- Musiker (Aufnahme) - Thierry De Mey (Percussion und Klavier), Walter Hus (Klavier), Eric Sleichim (Saxophon), Peter Vermeersch (Klarinette)
- Beleuchtungskonzept - Remon Fromont
- Kostüme - Rosas
- Produktion (1983) - Rosas & Kaaitheater
- Koproduktion - De Munt / La Monnaie (Brüssel), Sadler’s Wells (London), Les Théâtres de la Ville de Luxembourg
- Unterstützung - Dance Reflections by Van Cleef & Arpels, Flämische Gemeinschaft und Kommission der Flämischen Gemeinschaft (VGC)
Dauer: ca. 70 Minuten
Altersempfehlung: keine Altersbeschränkung