Vom 16. bis 19. April präsentiert das Centro Danza Matadero (CDM) die Premiere von Humo, dem neuen Stück der Flamencotänzerin Rafaela Carrasco. Die Inszenierung ist eine Hommage an die Arbeiterinnen der Zigarrenfabriken, eine Gruppe einfacher Frauen, die in der Vergangenheit zum Alltagsbild Spaniens gehörten.
Choreografin und Tänzerin Rafaela Carrasco, Trägerin des spanischen Nationalpreises für Tanz 2023, zollt mit Humo den Arbeiterinnen der Zigarrenfabriken Tribut. Sie zeichnet eine Frauenfigur zwischen Mythos und Realität, die heute in volkstümlichen Copla-Liedern und Zeitungsartikeln weiterlebt.
Die Inszenierung mit Konzept und Choreografie von Rafaela Carrasco sowie Dramaturgie und Texten von Álvaro Tato erinnert an Figuren wie Carmen aus den Werken Mérimées und Bizets, Amparo aus La Tribuna von Emilia Pardo Bazán, Colasa aus dem gleichnamigen Chotis-Lied … Im Mittelpunkt stehen die anonymen Tabakarbeiterinnen aus Volkstanz und Flamenco, die mit dieser Arbeit ihre Familien ernährten, ums Überleben kämpften und Spuren in der Symbolik und Erinnerung mehrerer Generationen hinterließen. Jeden Abend wurden sie am Fabrikausgang von Arbeitern und Neugierigen eifrig erwartet.
Humo spiegelt den Arbeitsalltag in der Werkshalle und die internen Hierarchien vom Lehrlingsmädchen bis zur Vorarbeiterin wider. Aber auch ihre Feste, geheimen Rituale und Schwarzmarktgeschäfte. So kommen ihre Konflikte, Freuden und Leiden in einem vielschichtigen, weiblich geprägten Flamenco zum Ausdruck.
Tänzerin und Ensemble-Leiterin Rafaela Carrasco wurde 1972 in Sevilla geboren und erhielt ihre Ausbildung bei Matilde Coral und Mario Maya. Sie war zunächst Mitglied im Ensemble Mario Maya und wechselte später zur Compañía Andaluza de Danza. Als eine der großen Erneuerinnen des Flamenco-Tanzes arbeitete sie auch mit Künstlern wie Rafael Amargo, Antonio Canales, Farruquito, Duquende und Merche Esmeralda zusammen.
Ihr eigenes Ensemble gründete sie im Jahr 2002, in dem sie auch die Hauptpreise des 11. Wettbewerbs für spanischen Tanz und Flamenco gewann. Darüber hinaus war sie von 2013 bis 2016 Leiterin des Ballet Flamenco de Andalucía und ist Professorin für Flamenco-Tanz am Conservatorio Superior de Danza María de Ávila.
Ihre Stücke Nacida sombra und Nocturna, arquitectura del insomnio erhielten beim Festival de Jerez 2018 bzw. 2023 den Kritikerpreis für die beste Tanzinszenierung. Die Choreografie des letzteren war zudem Finalist bei den Premios Max 2023.
Gestalter:
- Leitung und Choreografie - Rafaela Carrasco
- Dramaturgie und Texte - Álvaro Tato
- Tanz - Rafaela Carrasco und Tänzerensemble
- Musikalische Leitung und Komposition - Pablo Martín Jones, Jesús Torres, Pablo Suárez, Antonio Campos
- Kostümentwurf - Belén de la Quintana
- Beleuchtungskonzept und Bühnenbildentwurf - Gloria Montesinos A.a.i
- Klangkonzept - Ángel Olalla
- Produktionsleitung - Alejandro Salade
- Vertrieb - Emilia Yagüe Producciones
- Eine Koproduktion von Rafaela Carrasco, Centro Danza Matadero und Théâtre de Nîmes
Dauer: ca. 70 Minuten