Der namhafte deutsche Bühnenregisseur Christof Loy präsentiert eine Neuinszenierung der eindringlichen Oper von Leoš Janáček. Die Aufführung in tschechischer Sprache mit englischen und spanischen Übertiteln läuft am 13., 16., 19., 22., 25., 28. Februar sowie am 3. und 5. März im Teatro Real.
Die Inszenierung steht unter der musikalischen Leitung von Gustavo Gimeno, der das Stammorchester des Madrider Teatro Real dirigiert. Zu den wichtigsten Darstellern gehören Mané Galoyan, Bogdan Volkov, Christa Mayer und Matthew Newlin sowie weitere herausragende Interpreten.
Die Handlung der Oper spielt in einem abgeschiedenen russischen Dorf am Ufer der Wolga, wo moralische Strenge und gesellschaftlicher Druck jeden Aspekt des Alltags bestimmen. In diesem erdrückenden Umfeld lebt die sensible und innerlich zerrissene Káťa, die sich in einer lieblosen Ehe mit Tichon gefangen fühlt – einem schwachen Mann, der von seiner Mutter Kabanija mit eiserner Hand kontrolliert wird. Die Protagonistin, die in einer von Konventionen und äußeren Schein dominierten Gesellschaft keinen Freiraum findet, träumt von der Flucht vor ihrem Schicksal, das sie als unausweichliches Urteil empfindet.
Die Gelegenheit zum Ausbruch aus diesem emotionalen Gefängnis bietet sich, als Tichon vorübergehend auf Geschäftsreise geht. In seiner Abwesenheit erliegt Káťa ihrer unterdrückten Leidenschaft für den jungen Boris, der insgeheim in sie verliebt ist. Die heimliche Beziehung findet jedoch ein jähes Ende, als Káťas Mann während eines heftigen Unwetters zurückkehrt – eine Szene, die Janáček zu einem klanglichen Spiegelbild des inneren Konflikts der Protagonistin macht. Unfähig, die Last der Schuld zu ertragen, gesteht Káťa ihre Untreue und flieht.
Im Schlussakt trifft Káťa wieder auf Boris, erfährt jedoch, dass auch er bald fortgehen wird. Im ersten Moment fleht sie ihn an, sie mitzunehmen, begreift jedoch rasch, dass alle Hoffnung verloren ist. Am Boden zerstört, allein gelassen und ohne Hoffnung auf Erlösung stürzt sie sich in die Fluten der Wolga – vor den Augen des verzweifelten Tichon, den seine eigene Mutter daran hindert, sie zu retten. Mit diesem tragischen Ende wird Káťa Kabanová zu einem beklemmenden Porträt der Unterdrückung, Sehnsucht und menschlichen Zerbrechlichkeit.
Gestalter:
- Musikalische Leitung - Gustavo Gimeno
- Regie - Christof Loy
- Bühnenbild - Etienne Pluss
- Kostüme - Robbie Duiveman
- Beleuchtung - Fabrice Lebour
- Chorleitung - José Luis Basso
- Orchester - Stammorchester und -chor des Teatro Real
Darsteller:
- Dikój - Peter Kálmán
- Boris - Matthew Newlin
- Die Kabanicha - Christa Mayer
- Tichon - Michael Laurenz
- Káťa - Mané Galoyan
- Kudrjaš - Bogdan Volkov
- Varvara - Jana Kurucová
- Kuligin - Manel Esteve
- Gláša - Laura Vila
- Fekluša - Laura Orueta
Programm:
- Oper in drei Akten
- Musik von Leoš Janáček (1854-1928)
- Libretto von Leoš Janáček, nach Der Sturm (1860) von Alexander Nikolajewitsch Ostrowski
- Neuproduktion des Teatro Real in Koproduktion mit dem Teatro alla Scala in Mailand und der Houston Grand Opera
- Uraufführung am 17. November 1898 im Teatro Lírico in Mailand
- Erstaufführung im Teatro Real am 25. März 1917
Sprache: Tschechisch mit englischen und spanischen Übertiteln