Das 1970 erbaute symbolträchtige Messegelände mitten im Finanzzentrum Madrids war bereits Schauplatz wichtiger historischer Momente. So diente es etwa zur Auszählung allgemeiner, kommunaler und regionaler spanischer Wahlen, als Datenzentrum der in Spanien abgehaltenen Fußballweltmeisterschaft 1982 oder Veranstaltungsort eines der letzten KSZE-Treffen, das schließlich im Fall der Berliner Mauer gipfelte. Das Gebäude B ist derzeit Sitz der Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Tourismus, die früher unter dem Namen Weltorganisation für Tourismus (OMT) bekannt war.
Die Anlage umfasst eine bebaute Gesamtfläche von fast 8000 m2, bestehend aus Untergeschoss für diverse Einrichtungen und Parkplätze mit Platz für über Fahrzeuge, Zwischengeschoss mit Cafeteria und einem Mehrzweck-Ausstellungsraum und drei Etagen für Büros, Arbeits- und Tagungsräumen, darunter ein 500 m2 großes Auditorium mit Übersetzerkabinen.
Das Kongresszentrum ist seit 2012 geschlossen, und der Betrieb wurde aufgrund der umfassenden Sanierungsarbeiten, die unter anderem an den Gebäuden A und C sowie weiteren Bereichen erforderlich sind, um die Sicherheit zu gewährleisten und die Einhaltung der Vorschriften sicherzustellen, eingestellt.
UNWTO-Hauptsitz
Der Kongresspalast beherbergt seit Juli 2026 den neuen Hauptsitz der Weltorganisation für Tourismus der Vereinten Nationen, UNWTO. Er befindet sich im Gebäude B des Komplexes und zeichnet sich durch seine Energieeffizienz aus Diese wird durch Solaranlagen, LED-Beleuchtung und moderne Klimatisierungssysteme gewährleiste.
Die Wiedereröffnung des Kongresszentrums ist ein Symbol für den Multilateralismus und unterstreicht Spaniens Bestreben, auch weiterhin ein Treffpunkt für große internationale Debatten zu sein. UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete den neuen Sitz als „Fest des Fortschritts in der Branche“ und hob die Rolle des Tourismus als Motor der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung hervor.
Die neue UNWTO-Generalsekretärin Shaikha Al Nowais erklärte ihrerseits, dass die Einweihung „einen Neuanfang“ für die Organisation in Madrid markiere. Zudem dankte sie Spanien für die Unterstützung und hob hervor, dass der Tourismus „ein Schlüsselinstrument für die Zusammenarbeit“ sei. Sie brachte ihre Zuversicht zum Ausdruck, dass der neue Sitz in dieser neuen Etappe zum „Zuhause“ der Organisation werden werde.