Vom 7. Oktober bis 29. November präsentiert die Stiftung María Cristina Masaveu Peterson eine neue Ausstellung im Rahmen ihres Programms Obras invitadas (Gastwerke), bestehend aus Werken der Künstler Manolo Millares, Manuel Rivera und Susana Solano. Diese sind Teil der Masaveu-Sammlungen und repräsentativ für das Informel, eine Kunstrichtung, die unter Ablehnung geometrischer und vorgegebener Formen dem Wert der Materialien selbst und der freien bildschaffenden Geste Priorität verleiht.
Ab den 1950er Jahren spielten Textilien als bildschaffendes Medium eine zunehmend wichtige Rolle in der spanischen Kunst. Als Reaktion auf die Not und die Düsternis der Nachkriegszeit integrierten die Künstler des Informel Fäden, Schnüre, Nähte und Gewebe in ihre Werke und brachen so deren Bildebene auf.
Manolo Millares setzte 1954 erstmals Sackleinen ein. Nach und nach verabschiedete er sich von den charakteristischen kanarischen Piktogrammen seines früheren Werks und dämpfte seine Farbpalette. In den Mittelpunkt rückte der Stoff – zugeschnitten, vernäht oder zu einem formlosen Knäuel zerknüllt und mit einfachen Farbflächen oder -klecksen in Grundfarben bemalt.
Die Verwendung unorthodoxer und hybrider Materialien prägte auch das Werk von Manuel Rivera, der um 1956 die Leinwand vollständig aufgab, um mit sowohl handelsüblichen als auch handgefertigten Metallgittern zu arbeiten.
Die Werke von Millares und Rivera waren Teil der Ausstellungen, die das New Yorker Museum of Modern Art in den 60er Jahren zum Thema Assemblage als charakteristische Kunsttechnik des Jahrzehnts präsentierte.
Susana Solano wiederum distanzierte sich radikal vom antiformalen Ansatz der beiden Künstler. In ihren ersten Textilversuchen aus den Jahren 1979-1980, dem Beginn der sogenannten „Neuen spanischen Skulptur“, nutzte sie Falten und Nähte, um einem weichen, flexiblen Material eine dreidimensionale Form zu verleihen. In dem hier ausgestellten Werk wird die Falte dank der Formbarkeit von Blei zu einer elementaren skulpturalen Geste. Der Titel Doblec n.o 10 bezieht sich auf diese Eigenschaft, zugleich aber auch auf die Doppeldeutigkeit des Werks, das als abstrakte Skulptur oder – seiner aufgemalten Streifen wegen – als Küchentuch interpretiert werden kann.
Bildnachweis:
- Cuadro 185 (1962) (Detail). Manuel Millares. Colección Masaveu ©Manolo Millares, VEGAP, Madrid, 2026 © Fundación María Cristina Masaveu Peterson. Foto: Marcos Morilla