Nach 18 Jahren Abwesenheit vom Spielplan präsentiert das Teatro Real eines der komplexesten und faszinierendsten Werke des deutschen Opernrepertoires der Romantik in einer Neuinszenierung, die mit der Tradition bricht. Die Aufführung des Stücks von Regisseur David Hermann erfolgt am 18., 19., 22., 23., 26., 27., 30. Mai und am 1., 3., 5., 7. Juni 2027 auf Deutsch mit englischen und spanischen Übertiteln.
David Hermann versetzt Richard Wagners Werk in ein futuristisches, postapokalyptisches Science-Fiction-Universum, dessen visuelle Anspielungen auf Blade Runner, Metropolis oder Dune mit den lyrischen Merkmalen in Dialog treten. Hinzu kommt die starke Besetzung mit den Tenören Clay Hilley und Andreas Schager in der Titelrolle neben herausragenden Gesangsstimmen wie Ludovic Tézier, Andrè Schuen, Malin Byström, Elisabeth Teige, Ausrine Stundyte, Irene Roberts und Georg Zeppenfeld - unter der musikalischen Leitung von Gustavo Gimeno.
Im Mittelpunkt der Handlung steht der Minnesänger Tannhäuser, der zunächst im Venusberg, einer Welt sinnlichen Vergnügens unter der Herrschaft der Göttin Venus, lebt. Trotz der allgegenwärtigen Genüsse sehnt er sich nach der Rückkehr in die reale Welt und begibt sich alsbald auf die Wartburg, wo man sein Verschwinden sehr bedauert hatte. Dies gilt vor allem für Elisabeth, die ein Sinnbild für reine, geistliche Liebe ist.
In seinem Bestreben, sich wieder in seine Umgebung einzugliedern, beteiligt sich Tannhäuser an einem Sängerwettbewerb, bei dem er gegen die geltenden Regeln verstößt. Während die anderen Barden die idealisierte Liebe preisen, besingt er das fleischliche Verlangen und entfacht damit einen Skandal. Nur Elisabeths Fürsprache und Bitte um Gnade für Tannhäuser bewahrt ihn vor Strafe. Die ihm auferlegte Buße ist eine Pilgerreise nach Rom, wo er die päpstliche Vergebung erbitten soll.
Mit den Worten, seine Erlösung sei ebenso unwahrscheinlich wie neue Triebe an seinem verdorrten Stab, verweigert ihm der Papst jedoch die Absolution. Niedergeschlagen und ohne Hoffnung kehrt Tannhäuser zurück und muss feststellen, dass Elisabeth nach unermüdlichen Gebeten für seine Seele verstorben ist. Vor ihrem Leichnam sinkt der Barde leblos zu Boden. Kurz darauf trifft die Nachricht ein, das Wunder sei geschehen. Der Stab hat ausgetrieben - ein Zeichen für die letztendliche Erlösung Tannhäusers.
Gestalter
- Musikalische Leitung - Gustavo Gimeno
- Regie - David Hermann
- Bühnenbild - Jo Schramm
- Kostüme - Bettina Walter
- Licht - Fabrice Kebour
- Choreografie - Jean-Philippe Guilois
- Chorleitung - José Luis Basso
- Orchester - Stammorchester und -chor des Teatro Real
Darsteller:
- Hermann - Georg Zeppenfeld (18., 19., 22., 23., 26., 27., 30. Mai und 1., 3., 5., 7. Juni)
- Tannhäuser - Clay Hilley (18., 22., 26., 30. Mai und 3., 7. Juni); Andreas Schager (19., 23., 27. Mai und 1., 5. Juni)
- Wolfram von Eschenbach - Ludovic Tézier (18., 22., 26., 30. Mai und 1., 3., 7. Juni); André Schuen (19., 23., 27. Mai und 5. Juni)
- Walther von der Vogelweide - Airam Hernández (18., 19., 22., 23., 26., 27., 30. Mai und 1., 3., 5., 7. Juni)
- Biterolf - Levente Páll (18., 19., 22., 23., 26., 27., 30. Mai und 1., 3., 5., 7. Juni)
- Heinrich der Schreiber - Tadeusz Szlenkier (18., 19., 22., 23., 26., 27., 30. Mai und 1., 3., 5., 7. Juni)
- Reinmar von Zweter - Fernando Radó (18., 19., 22., 23., 26., 27., 30. Mai und 1., 3., 5., 7. Juni)
- Elisabeth - Malin Byström (18., 22., 26., 30. Mai und 3., 7. Juni); Elisabeth Teige (19., 23., 27. Mai und 1., 5. Juni)
- Venus - Ausrine Stundyte (18., 22., 26., 30. Mai und 3., 7. Juni); Irene Roberts (19., 23., 27. Mai und 1., 5. Juni)
- Ein junger Hirt – Cassandre Berthon (18., 22., 26., 30. Mai und 1., 3., 7. Juni); Elionor Martínez (19., 23., 27. Mai und 5. Juni)
Programm:
- Romantische Oper in drei Akten
- Musik und Libretto von Richard Wagner (1813-1883)
- Neuinszenierung des Teatro Real als Koproduktion mit der Opéra National de Lyon
- Uraufführung am 19. Oktober 1845 im Königlichen Hoftheater Dresden
- Erstaufführung im Teatro Real am 22. März 1890
Sprache: Deutsch mit englischen und spanischen Übertiteln
Bildnachweis: © Agathe Poupeney | Opéra de Lyon