Als der Asturier Gumersindo Gómez im Jahr 1888 aus Kuba zurückkehrte, investierte er seine Ersparnisse in ein Café, das er am 15. Mai eröffnete und zu Ehren seiner Geburtsstadt auf den Namen „Café Gijón“ taufte. Damals ahnte Gumersindo noch nicht, dass sein Café in der Nähe der Castellana einmal als „letztes Literatur-Café Madrids“ berühmt sein würde.
Größen wie Canalejas, Ramón y Cajal, Pérez Galdós, Romero de Torres, Ramón María del Valle-Inclán, Cossío, Cañabate, Gerardo Diego, Torrente Ballester, Sastre, Cela und unzählige mehr haben hier vorgetragen. 1914 verkaufte er sein Lokal an den Barbier Benigno López Jabato. Drei Bedingungen stellte er dabei: einen Preis von 240.000 Real (über 10.000 Euro), das Café sollte ein Café bleiben und der Name musste beibehalten werden. Auch heute noch finden hier lebhafte Fachsimpeleien und interessante Gespräche statt.
Das hundertjährige Café Gijón wurde in Büchern, Filmen und auf Gemälden von angesehenen Künstlern mehrfach erwähnt, so in "Crónicas del Café Gijón" von Marino Gómez Santos, "La noche que llegué al Café Gijón" von Francisco Umbral und "La Ronda del Gijón", einem von Marcos Ordoñez gesammelten Testimonial-Buch mit 17 mit Gijón verbundenen Figuren.
Ein Highlight des Lokals ist seine Außenterrasse. Seit der Wiedereröffnung ist sie wieder ein beliebter Treffpunkt am Paseo de Recoletos, wo man zu jeder Tageszeit die Sonne genießen und das pulsierende Stadtleben beobachten kann.
In dieser neuen Etappe bekräftigt das Café Gijón sein kulturelles Engagement mit einem aktiven Programm rund um Literatur und andere Künste wie bildende Kunst und Musik – darunter täglich von 18:00 bis 21:00 Uhr Live-Klaviermusik – und nimmt so seine Rolle im Madrider Kulturleben wieder ein.