Vom 2. Juni bis 23. September zeigt das Museo de Madrid eine Ausstellung über das Vermächtnis zweier Frauen, die vor 100 Jahren mit ihrer Großzügigkeit gegenüber Menschen in Not Madrider Geschichte schrieben. Beide waren Wegbereiterinnen einer konsequenten Hilfsbereitschaft und Stifterinnen einer außergewöhnlichen Kunstsammlung mit Gemälden von Goya, Luca Giordano, Antonio Brugada, José Moreno Carbonero und weiteren Künstlern.
Carlota de Santamarca y Donato, Herzogin von Nájera, gründete mit ihrem immensen Erbe ein Heim für Waisenkinder, das 1928 seine Pforten öffnete. Im selben Jahr stiftete Antonia González Pérez ein weiteres Waisenhaus, das 200 Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen Aufnahme und Bildung bot.
Die Ausstellung umfasst die bedeutendsten Stücke aus der von den beiden Gründerinnen hinterlassenen Werksammlung. Darunter die sechs kleinen Gemälde aus der Reihe „Kinderspiele“ von Francisco de Goya aus den Jahren 1785 bis 1786 sowie bemerkenswerte Werke von Luca Giordano und dem flämischen Maler P. P. Roos. Vertreter der spanischen Schule sind unter anderem Gemälde von Antonio Brugada und José Moreno Carbonero. Den Betrachter erwarten insgesamt 54 Gemälde, drei Büsten und weitere Gegenstände aus jener Zeit, die einen beeindruckenden Blick auf das Madrid des 19. Jahrhunderts bieten.
Abgerundet wird die Sammlung durch einen wertvollen Bestand an Porträts und Gemälden aus dem spanischen 19. und 20. Jahrhundert mit Werken von José Moreno Carbonero und Pablo Manzano. Bernardo López Piquer und Antonio de Brugada stehen für die romantische Malerei der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ergänzt durch die orientalistischen Landschaften von Jenaro Pérez Villaamil.
Insgesamt umfasst die Sammlung über drei Jahrhunderte europäischer Kunstgeschichte mit besonderem Schwerpunkt auf der italienischen, spanischen und flämischen Schule des spanischen Siglo de Oro und ist für das kunsthistorische Erbe Madrids ein außerordentlich wertvolles Vermächtnis.